*** Vollzugsdienst 6/2017 erschienen ***

Info - Resignation und Frust

Hallo, Sven…

Immer wieder fallen im Umgang mit Vollzugsbeamten Begriffe wie: Respekt, Wertschätzung, Anerkennung! Blablabla.

Ja, Blablabla, denn nichts anderes bedeuten sie; nämlich NICHTS.
Darum ist es – glaube ich – an der Zeit, einige missliche Umstände aufzuzeigen, die die Revisionsabteilung der UHA betreffen.
Die jahrelange Tätigkeit der Revisionsbeamten, von denen die meisten über 15 Jahre ihren Dienst in der Abteilung versehen, wird in keiner Weise gelobt oder belohnt.
Ich z.B. bin seit 1993 in der Revisionsabteilung tätig, incl. 8 Jahren in der Hundestaffel des SVA mit Ausbildung zum Schießlehrer…

Wir werden abgespeist mit einer A9+Z (für den DL) und zwei A9er-Stellen.
Der Rest der Belegschaft in der Abteilung kann nicht auf Beförderung hoffen, da die großzügig verteilten Stellen über viele Jahre besetzt sind… Wir sprechen hier von 12 Kollegen, die sich von der jahrelangen Tätigkeit in der Revisionsabteilung natürlich auch eine Beförderung versprochen haben.

Jeder Schicht-AvDler rutscht aber nach knapp 10-12 Jahren in die Besoldungsgruppe A9!

Als wir diesen Umstand vor langer Zeit mokierten, erklärte uns unser VDL, dass in der Revisionsabteilung niemand mehr befördert wird und das Kollegen, die nicht mehr 100% einsatzfähig sind, sowieso „hinten“ runterfallen.
Dies fanden wir eine tolle Aussage, zeigte sie doch, wie sehr unsere Aufgabe, die Sicherheit und Ordnung in vielen Bereichen der UHA aufrechtzuerhalten, belohnt wird.
Und dann fragte meine Personalreferentin mich auch noch  – mit dem fast ehrlich gemeinten Ausdruck völliger Unschuld in den Augen – ob ich denn auch meine Motivation nicht verlöre, nun, da ich nicht befördert wurde.

Ich wollte schreien, lachen und weinen … alles gleichzeitig.
Es ist wirklich unglaublich… aber leider wahr.

In welcher Welt leben diese Leute?

Mir wurde von ihr die Möglichkeit nahegelegt, dass ich ja in die Schicht zurück könne, um dort auf eine Beförderung zu hoffen.

Wochen später offenbarte in einem lockeren Gespräch einer unserer DL, dass er lieber einem seiner jungen AvD-Beamten eine gute Beurteilung schreiben würde (weil er ja mit dem Kollegen noch viele Jahre zusammenarbeiten kann), als  einem  zugeteiltem  57jährigen  Beamten als  Gnadenbrot  eine A9-Stelle zu schenken.
Ernst oder Scherz? Keine Ahnung!

Irgendwie kann ich aber das von ihm Gesagte nachvollziehen.

Aber dieser Kollege ist auch nicht das Problem. Das nämlich liegt beim Führungspersonal der Anstalt!

Aber dennoch:
Wenn den Vorgesetzten die Fähigkeit zur Führung von Menschen fehlt und ein respektloser und wertschätzungsfreier Stil herrscht, schaffen solche Vorgesetzten auf mittelfristiger Sicht ein Klima der Resignation.
Ergebnis: Der Kollege fühlt sich schlecht behandelt und flüchtet sich irgendwann in eine innere Kündigung.

Ich gebe zu, dass durch das Verhalten meiner Dienstvorgesetzten und derartiger Äußerungen von Dienstgruppenleitern meine Motivation, meine Lust und Freude an der beruflichen Tätigkeit ins Wanken geraten sind und ich im Moment nichts finde, dass diesen Verfall aufzuhalten vermag.
Wie soll Motivation und Arbeitsfreude auch den Tag erhellen, wenn man sich bloß als unwichtig und nutzlos fühlt und ohne einen Funken Respekt behandelt wird?

Es ist ein Trauerspiel… und das Schlimmste daran ist: Ich bin in unserer Abteilung nicht allein in dieser Situation.

Fleskes HS

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